Die
Freiwillige Feuerwehr Ruderting

Leben und Eigentum der Bürger gegen Feuersgefahren zu schützen, ist seit langer Zeit eine dankenswerte Aufgabe der Freiwilligen Feuerwehren. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts hatte man verschiedenen Orts mit der Gründung von Freiwilligen Feuerwehren begonnen, um Leib und Eigentum der Bürger vor Feuersgefahr und anderen Nöten zu schützen.

Zwölf Männer aus den unterschiedlichsten Berufszweigen haben sich am 16. September 1894 im Gasthaus Grubmüller (jetzt „Zum Kirchenwirt“) zusammengefunden, um die „Freiwillige Feuerwehr Ruderting“ zu gründen. Mathias Grubmüller (Gastwirt) und Joseph Raster (Ökonom), beide aus Ruderting, wurden zum 1. Kommandanten bzw. 1. Vorstand gewählt.

Der Standort des 1. Feuerwehrhauses war gegenüber der Einmündung der Haselbacher Straße (beim jetzigen Anwesen Farnhammer). Schon sechs Jahre nach der Gründung wurde die erste Feuerwehr-Fahne geweiht. Fahnenmutter war damals Frau Lise Muttenhammer aus Ruderting. 1951 erhielt die Wehr eine neue Vereinsfahne. 1977 wurde diese erneuert und eine neue Standarte angeschafft.

In der damaligen Zeit war es durchaus nicht einfach, bei Bränden entsprechende Hilfe zu leisten. Die Handfeuerspritzen oder Löschmaschinen, wie sie damals genannt wurden, mussten mit Pferdegespannen zum Brandort gezogen werden. Kräftige Männer bedienten die Pumpen um das Wasser durch die Schläuche zu befördern, die natürlich nicht annähernd die Qualität des heutigen Materials hatten. Die Löschwasserversorgung war sehr mangelhaft und man konnte seinerzeit nicht so sehr mit der Hilfe von Nachbarfeuerwehren rechnen, weshalb der Standort einer Wehr von größter Bedeutung war. Man muss heute – fast 120 Jahre später – diese Menschen bewundern und ihnen Dank sagen, dass sie mit Weitblick eine Einrichtung geschaffen haben, die bis in unsere Zeit keineswegs an Bedeutung verloren hat.

Die Zahl der Mitglieder der Rudertinger Wehr wuchs ständig an. In den Jahren 1902 bis 1925 traten annähernd 60 neue Mitglieder in ihren Dienst. Sie wurden gleich nach ihrem Eintritt zur Ausbildung herangezogen, um tatkräftige und erfahrene Feuerwehrmänner aus ihnen zu machen.

Erst in den 50er Jahren begann für die Freiwillige Feuerwehr Ruderting das Zeitalter der Motorisierung. 1953 erhielt sie ein Feuerwehrfahrzeug MW-TS der Marke Borgward mit 33 PS, Baujahr 1949. Im Jahr 1957 wurde eine Tragkraftspritze TS 8 der Marke Paul Ludwig angeschafft. Einen großen Fortschritt bedeutete das Feuerlöschfahrzeug LF 8 der Marke Opel Blitz, das ihr 1962 übergeben wurde. Um die Alarmierung zu verbessern und somit auch die Schnelligkeit der Wehr zu erhöhen, kaufte die Gemeinde 1969 eine Sirene, die auf dem Dach des ehemaligen Gemeindehauses montiert wurde.

Die ständig verbesserte Ausrüstung mit hochwertigem Gerät machte ein neues Gerätehaus notwendig, das 1972 bezogen wurde. Der Standort war zentral gewählt worden, am Kirchplatz, gleich neben dem damaligen Gemeindehaus. Gleichzeitig verbunden mit diesem Weihefest waren auch die Feierlichkeiten anlässlich des 80-jährigen Bestehens.

In der folgenden Zeit wurde immer wieder – mit Sicherheit auch begründet – die Forderung gestellt, die Feuerwehr brauche ein Tanklöschfahrzeug, um weiterhin nicht an Schlagkraft zu verlieren und dem steigenden Sicherheitsbedürfnis Rechnung zu tragen. 1975 ging dieser Wunsch in Erfüllung und die Wehr erhielt ein TLF16 Magirus Deutz. Mit dem Erhalt dieses Fahrzeuges wurde sie auch mit schwerem Atemschutz ausgestattet und eine Atemschutztruppe aufgebaut.

In den letzten zwei Jahrzehnten wurde die motorisierte Ausrüstung noch ergänzt durch einen Mannschaftswagen und ein Löschgruppenfahrzeug LF 8. Weitere notwendige Geräte und Ausrüstungsgegenstände wurden unter erheblicher finanzieller Beteiligung der Gemeinde erworben. Die Ausstattung mit Meldeempfängern und die Errichtung von Löschbehältern zur Verbesserung der Löschwasserversorgung in den Ortschaften sind vorbildlich.

Ein weiterer Meilenstein im Leben der Rudertinger Feuerwehr war die Erstellung des neuen Feuerwehrgerätehauses - das Vierte - seit Bestehen der Wehr. In etwa 3.000 freiwillige Arbeitsstunden hatten die Feuerwehrleute selbst geleistet, um aus dem ehemaligen Gebäude einer Autofirma das werden zu lassen, was es heute ist. Auch ein Großteil der Ausstattung ist von der Feuerwehr selbst finanziert worden. Im August 1988 wurde das Feuerwehrgerätehaus im Rahmen einer feierlichen Weihe und eines großartigen Festes seiner Bestimmung übergeben. Da die Anforderungen an die Mitglieder mit der Zeit enorm gestiegen sind, war das neue Gerätehaus schon allein aus diesem Grund notwendig geworden.

Im Juli 2002 wurde am Rudertinger Kirchplatz die neue Motorpumpe TS 8 feierlich gesegnet. Sie ersetzte die Tragkraftspritze der Marke Paul Ludwig, die im Sommer des Jahres 1957 gesegnet worden war.
Durch die zunehmende Technisierung überwiegen mittlerweile Rettungseinsätze auf Straßen und technische Hilfeleistungen den Brandeinsätzen. Auch sind die Gefahren bei Bränden durch die Anwendung chemischer Bausubstanzen gestiegen. Durch ständige Aus- und Weiterbildung und durch Übungseinsätze erhält sich die Wehr ihre ausgezeichnete Schlagkraft, die sie zuletzt auch bei der Schneekatastrophe 2006 und bei der Beseitigung von Sturmschäden unter Beweis stellen konnte. Die Vielzahl der erworbenen Leistungsabzeichen ist ein Beweis für den hervorragenden Ausbildungsstand. Auch um den Feuerwehrnachwuchs ist es gut bestellt, wie die gute Zusammensetzung der Jugendfeuerwehr zeigt.

Auch aus dem gesellschaftlichen Leben der Gemeinde ist die Feuerwehr nicht mehr wegzudenken. Ein Höhepunkt des Rudertinger Faschings ist der Feuerwehrball, der alljährlich viele Besucher anzieht, nicht zuletzt wegen der lustigen musikalischen Einlagen der Mitglieder. Ebenso ist das Sommernachtsfest fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders der Gemeinde. Geselligkeit und Kameradschaft wurden bei der Freiwilligen Feuerwehr Ruderting schon immer groß geschrieben.

Anfang März 2008 wurde das neue Feuerwehrfahrzeug HLF 20/16 von Iveco Magirus in Dienst gestellt. Dieses Fahrzeug ist das erste seiner Art im nördlichen Landkreis Passau und vereint nach der neuen Norm Löschfahrzeug und Technische Hilfeleistung (Rettungsspreizer, Hebekissen etc.) in einem Gerät. Mit diesem Einsatzfahrzeug steht der Feuerwehr Ruderting das zur Zeit modernste Rettungsgerät für die verschiedensten Anforderungen zur Verfügung. Es löste das 34 Jahre alte Tanklöschfahrzeug TLF 16 ab, das von der Gemeinde verkauft wurde. Mit einem großen Fest wurde das neue Fahrzeug am 27. Juli 2008 von Pfarrer Tiefenbrunner am Rudertinger Sportplatz geweiht.

Das neue Mehrzweckfahrzeug MZF wurde Ende November 2010 in Landau abgeholt und am 31. Juli 2011 im Rahmen des Sommerfestes gesegnet.
 


Es ist schön, dass es in unserer heutigen schnelllebigen Zeit - genauso wie schon vor über 120 Jahren - Menschen gibt, die mit Einsatzwillen, Eifer und Begeisterung ihre Freizeit opfern, um sich für die Allgemeinheit einzusetzen. Hoffen und wünschen wir uns, dass die Einsatzbereitschaft unserer Feuerwehrmänner und -frauen so wenig wie möglich in Anspruch genommen werden muss, wobei sie natürlich stets gerne bereit sind, zu löschen, zu retten, zu bergen und zu schützen, wann immer sie gerufen werden.
 

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